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Krankenversicherung / Selbstständige

GKV wird teurer, leistet weniger: Warum Selbstständige jetzt über die PKV nachdenken sollten

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bringt höhere Beiträge und gekürzte Leistungen. Was das für Selbstständige bedeutet – und wann ein Blick auf die PKV sinnvoll ist.

Selbstständige & KMU im Ruhrgebiet

Wer selbstständig ist, kennt das Spiel: Kosten steigen, Planbarkeit sinkt – und ausgerechnet bei der Krankenversicherung kommt jetzt die nächste Belastungswelle. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, das die Finanzlöcher der gesetzlichen Krankenversicherung stopfen soll. Die Rechnung zahlen vor allem Gutverdiener – und Selbstständige trifft es besonders hart.

Was sich konkret ändert

Das Paket hat zwei Seiten, und beide tun weh. Auf der Beitragsseite wird die Beitragsbemessungsgrenze – also das Einkommen, bis zu dem Beiträge fällig werden – 2027 außerplanmäßig um zusätzliche 300 Euro pro Monat angehoben, zusätzlich zur regulären Anpassung an die Lohnentwicklung. Für angestellte Gutverdiener bedeutet das laut Bundesgesundheitsministerium eine Mehrbelastung von bis zu rund 26 Euro im Monat – das ist nur der Arbeitnehmeranteil. Selbstständige, die ihren GKV-Beitrag komplett allein tragen und keinen Arbeitgeberanteil haben, zahlen den vollen Beitrag auf das zusätzliche Einkommen: je nach Krankenkasse und Zusatzbeitrag rund 50 bis 65 Euro mehr im Monat, also über 600 Euro im Jahr.

Auf der Leistungsseite wird gleichzeitig gekürzt: Homöopathische Arzneimittel fliegen aus dem Katalog, der reguläre Festzuschuss zum Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 Prozent, und die Zuzahlungen bei Medikamenten steigen um die Hälfte (künftig mindestens 7,50 statt 5 Euro). Ab 2028 kommt zudem für bestimmte nicht erwerbstätige Ehe- und Lebenspartner ein Beitragszuschlag in der bisher beitragsfreien Familienversicherung – ein Punkt, der in vielen Familienbetrieben, wie wir sie im Ruhrgebiet oft sehen, direkt ins Haushaltsbudget durchschlägt.

Kurz gesagt: mehr zahlen, weniger bekommen.

Die Folge: Run auf die private Krankenversicherung

Wenig überraschend berichtet die Fachpresse derzeit von deutlich steigender Nachfrage nach der privaten Krankenversicherung (PKV). Der zentrale Unterschied: In der PKV sind die vereinbarten Leistungen vertraglich und lebenslang garantiert – was einmal im Tarif steht, kann nicht per Gesetz zusammengestrichen werden. In der GKV dagegen bestimmt die Politik, was morgen noch bezahlt wird.

Ehrlicherweise gehört aber auch das dazu: Die PKV ist kein Wundermittel. Auch private Versicherer kämpfen mit steigenden Gesundheitskosten, und Beitragsanpassungen gibt es dort ebenfalls. Wer nur auf einen kurzfristig günstigen Einstiegsbeitrag schaut, kann sich langfristig verkalkulieren. Die Entscheidung GKV oder PKV ist eine der wenigen Versicherungsentscheidungen, die man im Zweifel nur einmal im Leben trifft – und sie sollte entsprechend strukturiert getroffen werden.

Für wen sich der Wechsel rechnen kann – und für wen nicht

Als Faustregel gilt: Je jünger, gesünder und einkommensstärker Sie sind, desto interessanter ist die PKV. Für Selbstständige entfällt zudem die Versicherungspflichtgrenze, die Angestellte erst überspringen müssen – der Wechsel steht Ihnen grundsätzlich offen.

Genauer hinschauen sollte, wer Kinder oder einen nicht erwerbstätigen Partner mitversichern will (in der PKV zahlt jede Person eigene Beiträge), wer mit stark schwankenden Einkünften kalkuliert oder wer gesundheitliche Vorgeschichten mitbringt, die zu Zuschlägen führen können. Auch der Blick auf das Rentenalter gehört zwingend in die Rechnung: Was kostet mein Tarif mit 67 – und wie sorge ich für diese Beiträge vor?

Genau hier zahlt sich ein strukturierter Blick aus: Einnahmen, Familiensituation, Gesundheitsstatus und Altersvorsorge gehören auf einen Tisch, bevor eine Unterschrift fällt.

Was Sie jetzt tun sollten

Für Selbstständige und Unternehmer in Duisburg und dem Ruhrgebiet heißt das konkret: Rechnen Sie einmal sauber durch, was die GKV Sie ab 2027 tatsächlich kostet – und stellen Sie dem gegenüber, welche Leistungen Sie dafür noch bekommen. Ob am Ende der Wechsel in die PKV steht, ein leistungsstarker Tarifwechsel innerhalb der GKV plus private Zusatzbausteine oder bewusstes Bleiben: Das Ergebnis sollte auf Zahlen beruhen, nicht auf Bauchgefühl.

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